Hintergrundtexte

 

 
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Die Ozeane, die Berge, und das Land
Das Herz der Schlange
Über das Nachtjuwel
 
Diverse Texte einer Schreiberin:
Der Erste Hort
Der Auszug
Über die vergessenen Gaben
 
 
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Die Ozeane, die Berge, und das Land

Kurz nach der Schöpfung war das Land noch roh; es besaß zwar Pflanzen, Tiere, Wälder, Flure und Steppen, Seen und Flüsse, jedoch hatte es keinen Ozean, außer dem Urmeer um die riesige Landmasse herum. Es gab auch keinen Schnee und kein Eis, da Ilariel und Yindith die Kälte fremd war und sie diese Dinge wegen des Urfeuers in ihnen nicht kannten. So beschlossen die beiden am dritten Tag nach ihrer Entstehung, dem Land eine angemessene Form zu geben. Und als Yindith zu dem Land sprach, fand sie, daß in ihm ein Geist wohnte, der dem ihren ähnlich war. Ein Wesen wie eine große Schlange hauste in und unter der Erde. Und als Ilariel und Yindith zu diesem Wesen sprachen, begriffen sie, daß der Geist im Moment der Erschaffung der Erdmassen in dem Fels eingeschlossen worden war und nun unfähig, sich weiter zu bewegen. Das Wesen hatte wie alles Lebendige ein Herz und einen Geist, tief verborgen im Gestein, und es war zornig über das, was ihm widerfahren war. Yindith und Ilariel konnten das Wesen aber nicht mehr befreien, denn es bildete das Fundament ihrer neuen Welt.

Und als sie erkannten, daß das Wesen zwar war wie eine Schlange, aber finster und böse war, beschlossen sie bei sich, es in seinem Gefängnis zu belassen. Der Schlangengeist aber tobte vor Zorn über sein starres Gefängnis, und er trachtete danach, Yindith und Ilariel zu schaden, indem er sich mit seiner ungeheuren Kraft aus dem Stein befreite und sie vernichtete. Doch sein Geist und sein Herz waren eingeschlossen im Stein, und so erhob sich eine ungeheure Schlange mit Flügeln aus Erde, Gras und Pflanzen, einem Rücken aus Stein und einem Auge wie wirbelndes Wasser aus dem Urmeer. Doch die Schwere als des Felsens und der Erde zwang das Ungeheuer nieder. Sich windend und um sich schlagend fiel es wieder zurück.

Doch in seinem Toben, hatte es etwas Seltsames angerichtet: das Urmeer hatte sich durch die Wut und das Toben der Erdschlange verformt und war zu einem völlig runden Etwas geworden, zu einer Kugel aus Wasser, in deren Mitte sich die Erdschlange wand und schließlich erstarrte. Der ausgestoßene Atem des Geistes wurde zu eisigen Kristallen in ungeheurer Zahl, so daß sie als Schnee und Eis niedergingen auf das obere und untere Ende der Kugel; und so wurden die Eiskappen der Pole geboren. Der Rücken der Schlange und Teile ihres Körpers und des Kopfes sind noch heute als hervorstehende Felsen und riesige Berge zu sehen. Ihre Flügel jedoch wurden zu furchtbarem Land und versanken tiefer im Ozean. Teile der Schlangenknochen wurden zu Inseln, und ein letzter, boshafter Versuch, auszubrechen, erzeugte ein mißgestaltetes Ei nahe dem Schanz der Schlange. Und das Ei quoll über vor Bösartigkeit, Feuer, stinkendem Dampf und Schwefel.

Und so blieb es, als ewiges Mahnmal an den boshaften Geist, der nun, endgültig gefesselt, tief in der Erde liegt und dazu verdammt ist, zu schlafen. Yindith und Ilariel begannen nun, die rohe Erde des Schlangenkörpers mit Wäldern, Steppen und allerlei Landschaften zu überziehen. Hier und da trat das Blut des gefangenen Geistes aus der Erde, als stinkende Quellen heißen, versengenden Dampfes. Doch die Erschaffer ließen diese Quellen verschwinden, bis nur nach das mißgestaltete Ei der Schlange vom üblen Charakter des Geistes sprach. Yindith ließ Flüsse entspringen, Ilariel erschuf Täler und Wälder, und so fügte sich das Bild der Welt, die auf einer Kugel saß. Und so schufen die Erschaffer einen Raum für die Tiere und Pflanzen, die Halbelfen und all die anderen Wesen, die sie machten.

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Das Herz der Schlange
 
Manche sagen, Juwelen seien von einer anderen Welt.
Andere behaupten, sie seien bloße Kristalle.
Aber nun hört, was ich, Enonius, Sohn der Eyrlin
zu sagen habe, denn ich weiß, was diese verheißungsvoll
glühenden Rubine, feurig leuchtenden Smaragde und
Saphire und all die anderen wirklich sind.
Ein jeder Stein besitzt die Eigenschaften der Muttererde,
des Felsens, aus dem er geboren wird.
Der Rubin verspricht und hält die Hitze und Glut des Feuers,
mit ihm kann man Steppenbrände, schmorende Waldbrände und Vulkanausbrüche heraufbeschwören.
Der Saphir hingegen liebt die Tiefen des Wassers, denn sein
Mutterschoß im Stein gebar ihn im Traum vom riesigen
und tiefen Ozean.
Der Smaragd lockt alles Wachsende, gedeihende hervor, denn
seine Erzeugerin sehnt sich nach dem Licht und
der Gesellschaft des Grünen.
Aber hört nun vom Erstaunlichsten aller Juwelen: dem Schwarzen Kristall.
Selten ist er und kostbar, denn in ihm gefangen ist das Herz der Großen
Schlange, jenes üblen Geistes, der tief in der Erde schlummert und am
Ende der Welt seinen tiefsten Wunsch in Erfüllung gehen
lassen wird: das Ende und die Vernichtung unserer Welt und unserer
Erschaffer.
Schwarzer Kristall schlummert tief in der Erde, und selten findet sich eine größere Lagerstätte
von ihm; wenn man sie jedoch aufspürt, sieht man Zacken um
Zacken, Schaft um Schaft dieses Juwels, das Sonnenlicht
in sich aufsaugt und bei Nacht mit einem düsteren Glühen
wieder abgibt; dieses Juwels, das auf den Klang einer
singenden Stimme ein Echo wirft, daß es klingt, als ob
zwei und nicht einer singen.
Doch seid versichert: Tief in der Erde, unter dem finstersten Stein, schlummert eine
Lagerstätte ungeheuren Ausmaßes dieses Steines.
Denn dies ist das Herz der Dunkelheit, das Herz der Großen Schlange.
(...)
Enonius
 
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Über das Nachtjuwel
 
Schwarzer Kristall ist der seltenste Edelstein dieser Welt. Es
existieren etwa neun intakte Kristallschäfte, von denen zwei als
gemahlenes Pulver Bestandteil des magischen Stoffes Ilanid geworden
sind, der geister befähigt, in jene Substanz einzufahren. Das Ilanid
wurde zur Herstellung von Geisterschwertern verwendet.
Wie auch jene magische Substanz besitzt purer Schwarzer Kristall die
Fähigkeit, einen Geist vollständig in sich aufzunehmen. Die Größe
des Kristalls spielt dabei keine Rolle. Bekannterweise wurden zwei
der Schwarzen Kristalle für die Konservierung der Geister
Verstorbener Weiser benutzt und einer dient als Behältnis für
gefangene Sklavengeister.
Die weitere Eigenschaft des Kristalls, magische Energien zu
speichern, die wieder abgerufen werden können, macht ihn für
mächtige Formeln zu einem unverzichtbaren Utensil.
Was aber die negativen Wirkungen dieses Juwels betrifft, überwiegen
sie bei Weitem den Nutzen.
Dieser Kristall kann nur von Begabten berührt und benutzt werden.
Andere Lebewesen erleiden traumatische Schocks, schwerste
Verbrennungen und Krämpfe, wenn sie ihn berühren. Die Schäden sind
fast nie von Dauer, aber sie machen eine Handhabung des Juwels für
Unbegabte undenkbar.
Bei Begabten jedoch kann die Berührung eines Kristalls auch zum Tod
oder zum Verlust der Gaben führen. Die Resonanzen bei der Berührung
oder gar Zerstörung eines intakten Kristalls sind so heftig, daß
auch Begabte in weitem Umkreis nahezu ungedämpft ihrer verheerenden
Wirkung ausgesetzt sind.
Den Kristall als Waffe benutzen zu wollen, ist zwar möglich, hat
aber ihre Preis.
Jeder Wunsch, ein solches Juwel zu vernichten, auf daß es seine
zerstörerische Wirkung entfalte, schlägt auf den Verursacher
zurück. der Kristall erkennt auf unheimliche Weise die Absicht,
bindet sich an den Betreffenden und vernichtet diesen bei seiner
eigenen Zerstörung, die unbelebte Materie in weitestem Umkreis und
lebendige Kreaturen auf geringere Weise vernichtet, verändert,
verdreht oder völlig ausradiert.
Zerstörung eines Schaftes durch bezwungene oder bezauberte Dritte
fällt ebenfalls auf den Verursacher zurück, indem das Juwel den
willenlos gemachten als Kanal zum Verursacher benutzt.
Die Tatsache, daß Schwarzer Kristall extrem selten ist, und daß
entsprechende Schutzformeln nur mit Hilfe magiespeichernder anderer
Kristallschäfte zu schaffen sind, garantiert, daß der Einsatz als
Waffe nicht in Frage kommt.
Die einzigen existierenden und bekannten intakten Nachtjuwelen bilden
fast immer das Zentrum Magischer Zirkel, und, in drei Fällen, das
Herz versteckt liegender Magietempel von ungeheurer Ausdehnung.
Meidet Schwarzen Kristall! Das ist in jedem Fall euer einziger
Schutz!
 
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Diverse Texte einer Schreiberin
 

Magalin ist eine Schreiberin, die 10795 nach dem Auszug in der größten existierenden Siedlung der Elfen geboren wurde.
Durch die lange Lebensspanne der Elfen hat sie Aussehen und Status, der dem einer Menschenfrau von ca. 20 Jahren gleicht.
Sie beschäftigt sich als Hobby mit der alten, halb vergessenen Geschichte des Elfenvolkes und befindet sich im Besitz von sehr seltenen Aufzeichnungen, mit vergessenen Informationen, von denen die meisten nicht mehr als Kopien anderswo existieren.
Diese Fragmente wurden über die weibliche Linie in Magalins Familie vererbt, und Magalin selbst betrachtet sie als ihren größten Schatz.

Der zweite Text sind Tagebucheintragungen kurz nach einem entscheidenden Ereignis in der modernen Elfengeschichte:
nach Jahrtausenden tauchen ausgestorben geglaubte Angehörige des Alten Volkes (Urelfen) wieder auf, die von einem Sucher der Elfen in der Menschenwelt aufgespürt wurden. Dort haben sie versteckt gelebt, bis der Sucher namens Cylric sie gefunden hat.
Durch den Kontakt mit den getarnten Urelfen verwandelte Cylric selbst sich in einen solchen.
Als er nach seiner Rückkehr nach Hause begriff, daß sein politisch einflußreicher Vater, der Ehrwürdige Edelik, Mitglied des Rates der Baumstadt, die neu aufgetauchten Mitglieder der Urelfen für eigene, nicht durchschaubare Zwecke nutzen wollte, flohen Cylric und die Urelfen. Cylric selbst hat aus politischen Gründen eine der Urelfen geheiratet, um von seinem Vater unabhängig ein eigenes Haus gründen zu können.
Gemeinsam flieht die kleine Familie, die aus ihm, seiner Frau, deren Tante und Cousine und außerdem Cylrics beiden besten Freunden besteht, aus der Baumstadt zum versteckt liegenden alten Hort, den sie erst an Ort und Stelle als den Ersten Hort erkennen.
 

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Der Erste Hort
 

(Die allererste Siedlung der Welt, die sich übrigens Kinthara nennt, war ein erloschener Vulkan, der am Rückgrat der Schlange lag und der nur unmittelbar nach dem Toben der Großen Schlange Aktivität gezeigt hatte.)

Nach der Beruhigung des Riesengeistes wurde aus der ehemaligen Gefahr ein Krater, der durch seine erstaunliche Symmetrie auffiel. Mit einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer und einem tiefen Kratersee in seinem Zentrum, der von einer Mineralquelle, einem "Blauen Loch", gespeist wird, bot der Vulkan eine ideale Zuflucht vor den Stürmen, die kurz nach Entstehung Kintharas deren Oberfläche heimsuchten. Woher diese Unwetter stammten, weiß heute niemand genau. Möglich sind viele Ursachen, vielleicht auch das plötzliche Nachlassen vulkanischer Aktivität auf der gesamten Welt, die mit dem einsetzenden Schlaf der Großen Schlange urplötzlich abflaute.

Zu Ende der vulkanischen Aktivität wurden urplötzlich gewaltige Mengen Schwarzen Kristalls ausgestoßen, der mit seinen ungeheurem magischen Potential in der Atmosphäre als Staub umherwirbelte. Wechselwirkungen zwischen den Eigenschaften des Kristallstaubs und dem magischen Gewebe rund um den Planeten reifen vermutlich genau jene magischen Unwetter hervor, die als Große Stürme bekannt wurden. Tatsache ist, daß aus dieser Zeit kurz nach der Schöpfung einer der gewaltigsten Krater des gesamten Planeten stammt; als "Auge der Schlange" dominiert er heute als kreisrunder Kratersee auf der Kopfinsel. Durch den Einsturz des gewaltigen Vulkans und das Auffüllen der entstandenen Gräben mit Grundwasser kam eines der faszinierendsten Naturdenkmale aus dieser Zeit zustande. Um zurück zum Ersten Hort zu kommen, sollte erwähnt werden, daß der inaktive Krater nach wie vor mächtige, tief verborgene Lavakissen enthielt, und der Basalt wie Kalkgestein von Wasseradern durchsetzt war.

Tief unter dem alten Vulkan befinden sich gigantische Höhlen, die in ihrem Aussehen stark an Tropfsteinhöhlen von Kalkgebirgen erinnern. Daß sie nicht in Kalkgestein entstanden sind, sieht man ihnen nicht an; und so ist ihr Entstehen und ihre Existenz ein Rätsel, denn es ist bisher unbekannt, daß Höhlensysteme dieser Art in vulkanischem Gestein entstehen können. Mit den natürlichen Gegebenheiten des Kraters wußten die ersten Bewohner durchaus etwas anzufangen: die Baukunst der Urelfen und ihrer nahen Verwandten, die heute als "normale" Elfen bekannt sind, schuf in einen organisch wirkenden Stil, der kurz nach der Schöpfung geprägt wurde, aus den Innenwänden des Kraters Fassaden, Rundgänge, Treppenstiegen, Rampen und faszinierende Terrassengärten. Das Mineralwasser wurde durch ein ausgefeiltes Kanal- und Leitungssystem im gesamten Krater verteilt, wo es als kaltes oder von den Magmakissen erhitztes Heißwasser zur Verfügung stand, um Badegruben, Becken und sogar Toiletten zu betreiben. Innerhalb des Vulkans sorgte ein Bewässerungssystem über eine Kaskade, die vom Kratersee gespeist wurde, dafür, daß Pflanzen innerhalb des Steinkessels in einem Mikroklima gediehen. Viel weiß man nicht über diese Erste Zeit. Höchstwahrscheinlich wurde der Krater gegen die Stürme nach außen hin magisch abgeschirmt. Seine humanoiden Bewohner wagten sich selten nach draußen.

Einzig die Urdrachen waren öfter gezwungen, bei der Jagd den Vulkan zu verlassen, um Beute zu finden. Die Urbevölkerung aus Urelfen, Elfen, Menschen und Urdrachen hatte in etwa eine Verteilung von 40% Urelfen, 5% Elfen, 10% Menschen und 45% Urdrachen. Daß Urelfen und Drachen so ein Übergewicht darstellen, läßt sich einfach dadurch erklären, daß diese beiden Rassen direkt von den Schöpfern abstammen und so natürlicherweise einen Vorzug genossen, was ihre Verbreitung und Fortpflanzung betraf. Der Anteil von Menschen, Urelfen und Drachen veränderte sich aber im Lauf der Zeit radikal, zu Ungunsten der Drachen, die beinahe ausstarben und anderen Variationen ihrer Rasse weichen mußten, und zu Gunsten der menschlichen Rasse. Partnerbindungen zwischen Urelfen, Elfen und Urdrachen waren zu dieser Zeit üblich und durchaus nichts Ungewöhnliches. Die älteste Königin des Ersten Hortes soll übrigens ein Alter von mehr als neunhundert menschlichen Jahren erreicht haben und in dieser Zeit drei verschiedene Partner gehabt haben - zwei urelfische und einen menschlichen - wobei die Lebensspanne des menschlichen Partners durch die Gemeinschaft auf über das Doppelte von normalerweise 80 Jahren ausgedehnt wurde.

Heute wissen wir, daß Menschen eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 60 Jahren besitzen, Elfen dagegen werden gut fünfmal so alt - im Gegensatz zu ihren Vorfahren nach der Schöpfung, die gerade einmal eine Lebensspanne von etwa 100 Jahren hatten. Der durchschnittliche Urelf dagegen wurde damals wie (wahrscheinlich) heute um die 350 bis 400 Jahre beträgt. Was diese Schwankungen in der Lebenserwartung der einzelnen Spezies, bewirkt hat, ist nicht bekannt. Es wird vermutet, daß die Umwelt nach der Schöpfung für die Elfen, die im Prinzip eine hybride Mischung aus urelfischen und menschlichen Genen darstellten, ungünstig waren und sich im Lauf der Zeit für sie verbesserten. Umgekehrt sind die Bedingungen in der modernen Zeit für Menschen eher schlechter. Urelfen und Urdrachen dagegen scheinen immun gegen die veränderlichen Einflüsse zu sein, was sich vielleicht dadurch erklären läßt, daß diese beiden Rassen direkt von den Schöpfern abstammen und damit das reine unverfälschte Genmaterial weitergeben können, das perfekt auf ihre Umgebung angepaßt ist.

Es ist aus dieser Zeit bekannt, daß das Erste Paar, bestehend aus der Urdrachin Yindith und dem Urelfen Ilariel noch VOR der Besiedlung des Ersten Hortes begann, die Rasse der Urdrachen zu erschaffen. Yindith brachte unter ihren Nachkommen keine wirklichen Urdrachen hervor, nur andersartige Drachenwesen und Halbdrachen, was sich dadurch erklären ließe, daß ihr Genmaterial entweder ständigen Veränderungen unterworfen war, was sich nach außen nicht zeigte, oder daß sie gar nicht in der Lage war, auf normalem Weg genetisch identische Nachkommen zu erzeugen. Tatsächlich heißt es, sie habe alle ihrer Nachkommen magisch erzeugt, und sie nicht als Eier abgelegt, wie eine normale Hortkönigin es tut. Es bleibt zu vermuten, daß die Schöpfer als "Rohmaterial" möglichst Urdrachen-ähnliche Geschöpfe heranzogen, um sie so zu verändern, daß sie mehrere fruchtbare Königinnen und Wächter hervorbrachten. Das Erste Paar bewohnte zwar den Ersten Hort, übernahm jedoch nicht die Führung und Bestimmung, wie der Schluß nahelegen würde. Statt dessen beschränkten sich beide auf die Rolle von Beobachtern, die sich eher mit der Perfektion und Vervollständigung ihrer Schöpfung befaßten, als mit täglichen Aufgaben des normalen Lebens. Eine oder mehrere der neu entstandenen, Yindith identischen Königinnen übernahmen die Führungsrollen im Hort, gemeinsam mit ihren menschlichen oder elfischen Gefährten.

Die Aufgabe, eine wachsende Bevölkerung von Urdrachen und deren Partner zu regieren, erforderte bald die Notwendigkeit einer Hierarchie unter den Hortbewohnern. Aus dieser Zeit stammt wohl auch die Schule der Priesterschaft der Schöpfung. Die jeweils älteste Drachenkönigin übernahm die rituelle Rolle der Hohenpriesterin, einer Vermittlerin zwischen ihrem Drachenvolk und Yindith, die jedoch nur in Notfällen Ratschläge zu erteilen bereit war. Der Partner der Königin erhielt Priesterstatus. Das Hohepriesteramt konnte jedoch nur von einer Drachenkönigin an ihre Nachfolgerin weitergegeben werden; der Titel war jedoch nicht erblich. Es heißt sogar, daß in Notzeiten, wenn keine Königin am Leben war - was nur zweimal vorkam - eine fruchtbare Arbeiterin kurzfristig Titel und Amt übernahm, bis sie die Königin geboren hatte, der dann bei der Geburt die Aufgabe übertragen wurde. Der Titel und Würde des Priesters konnte Drachen sowohl auch menschlichen oder elfischen Individuen verliehen werden. Im Gegensatz zu dem Titel der Hohenpriestern konnte das Priesteramt bei Drachen, sowie Menschen und Elfen erblich werden, was zur Begründung einiger berühmter Priesterdynastien führte.

Die einzige Dynastie der Hohenpriesterinnen des Ersten Hortes erstreckte sich über drei Generationen, während derer der Hohenpriestertitel jeweils an die einzige Nachkommin der verstorbenen Königin übertragen wurde. Das Zusammenleben im Hort war in einer Hierarchie realisiert; kurz nach der Schöpfung gab es nicht einmal Ansätze einer Religion. Die Führungsrolle und die Ansprüche der Königin existierte als ungeschriebenes Gesetz, doch die Titel, Aufgaben und Rechte kristallisierten sich erst im Laufe der Jahrhunderte heraus. Verwaltungsaufgaben oblagen meist der oder den Königinnen und ihren Partnern, die einen ganzen Stab von Verwaltungspersonen unter sich hatten. Humanoide übernahmen diese Aufgaben genauso wie Urdrachen. Es gab also keine Bevorzugung unter den Rassen. Wie dieses Zusammenleben sich jedoch im Alltagsleben gestaltete, dazu müßte man zurück in jene Zeit reisen und einige Tage unter den längst verstorbenen Personen verbringen. Für ein Wesen unserer Tage ist es nur sehr schwer vorstellbar, wie Menschen, Elfen und Urelfen mit Urdrachen gleichberechtigt nebeneinander lebten, in Gegenwart der Schöpfer, die leibhaftig anwesend und greifbar waren. Vielleicht liegt es auch daran daß heutzutage Urdrachen so gut wie ausgestorben sind und die Alte Ordnung längst vergessen wurde. Heutige Gesellschaftsstrukturen lösen sich auf. Es herrschen zwar immer noch Hierarchien, doch die einzigartige Kombination aus spirituellen, göttlichen und alltäglichen Elementen, die eine Hohepriesterin ausmachte, ist unwiderruflich verloren. Von Räten, Tyrannen oder Fürsten regierte Gesellschaftsformen können nicht einmal entfernte Ähnlichkeit zu den vergangenen Tagen simulieren. Lag es an der gerade vollendeten Schöpfung, an der Anwesenheit der Götter, dem Unverbrauchten der Natur?

Wir werden es wahrscheinlich niemals erfahren, den diese Zeiten sind unwiederbringlich vorbei.    

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Der Auszug

Magalin, Schreiberin der Baumstatt, 10872 nach dem Auszug

(Auszüge aus Magalins Tagebuch)

Fehlende Quellen und wuchernde Gerüchte in diesen Tagen haben uns alle auf ein Ereignis aufmerksam gemacht, das so weit in der Vergangenheit liegt, daß es selbst für uns En'dhakar, die von den Menschen Elfen genannt werden, in ferner Vergangenheit liegt. Mehr als fünfzig elfische Generationen sind vergangen, seit etwas sich ereignete, das in unseren Büchern, in den Archiven und Aufzeichnungen nicht mehr vorhanden ist. Es scheint, als habe jemand mit voller Absicht die entsprechenden Bände und Archivnotizen beseitigt, um Hinweise auf etwas auszulöschen, was damals geschah.

Soweit ich es begriffen habe, befindet sich die Baumstadt in Aufruhr. Der Sohn des Ehrwürdigen Edelik hat geheiratet; jene Frau, die er auf der Anderen Seite gefunden hat, und die vom Reinen Blut des Schöpfers war. Ihren Namen habe ich nicht erfahren, aber er spielt eigentlich keine Rolle. Wichtig ist nur: das Alte Volk existiert nach wie vor! Und natürlich fragt sich so mancher nun, was an den Legenden über unsere älteren Verwandten, die Vi-En'dhakar, nun wahr ist. Ich für meinen Teil muß sagen, daß ich nie an ihrer Existenz gezweifelt habe. Aber ich konnte meine Vermutungen nie beweisen; jetzt aber haben alle SIE gesehen. Sie und ihre weiblichen Verwandten, die als das Alte Volk zu uns gekommen sind, um uns zu zeigen, daß die Legenden wahr sind. Ich wage kaum, daran zu denken, was das bedeutet.

Es heißt vielleicht auch, daß die Schöpfer wirklich existierten, und daß sich die Schöpfung genauso abgespielt hat, wie sie immer erzählt wird. Wenn selbst die Fundamente meines Glaubens erschüttert werden, wie mag es dann den armen Fundamentalisten gehen, die behaupten, nichts an den Legenden sei wortwörtlich zu nehmen, und es handle sich nur um Metaphern?

(zwei Tage später)

Der Verwandelte Cylric hat seine junge Frau und ihre Verwandten entführt, heißt es. Doch ich glaube diesem Gerücht nicht. Meine Familie singt die Lügen nach wie ein Täuscher das Lied einer Nachtigall, doch ich spürte, daß mehr dahintersteckt als das, was man uns glauben lassen will. Ich habe die Ehrwürdige Nolik gesehen, mit ihrem blauen Auge. Von der Schlägerei beim Hochzeitsbankett weiß mittlerweile jeder, und so wurden auch Edeliks Pläne, einen neuen Sucher über die Grenze zu schicken, publik. Die Bevölkerung der Baumstatt ist gespalten. Mehr und mehr En'dhakar sprechen sich gegen die Ernennung eines neuen Suchers aus. Vielleicht fürchten sie eine Verschiebung des politischen Gleichgewichts?

(am Abend des selben Tages)

Eben wurde ein Kind geboren. Es trägt Merkmale des Alten Volkes.

Der Rat ist in Aufruhr und behauptet, die Anwesenheit des Veränderten Cylric, der früher Elf war und nun Urelf wurde, habe das ausgelöst. Er, oder seine urelfische Frau und deren Verwandte. Was wird geschehen, wenn mehr Kinder so geboren werden? Was geschieht, wenn MEIN Kind so geboren wird?

Ich weiß, daß sich die Zeit nähert. Die Baumstadt gleicht einem Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Ich muß nachdenken.

(eine Woche später)

Ich habe seltsame Träume. Ich bete zum Schöpfer, daß niemand meine Tagebücher liest. Ich habe mich zwar damit abgefunden, daß meine Texte nie Eingang in die Archive finden werden, weil sie als Hirngespinste betrachtet werden, aber es ist etwas anderes, denunziert zu werden, weil man eine andere Meinung vertritt, als als Träumerin verhöhnt zu werden. Was ich seit einiger Zeit schreibe, kann von den falschen Leuten gegen mich verwendet werden, denn immerhin sympathisiere ich im verborgenen mit Cylric und seiner jungen Frau, also mit dem Alten Volk.

Die Gerüchte, daß es die Macht an sich reißen will, nehmen eher an Stärke zu, anstatt zu verklingen. Edelik steckt dahinter, fürchte ich. Insgeheim hofft er, einen Trupp Bewaffneter hinter seinem Sohn herzuschicken, um ihn und seine kleine Familie zurückzuholen. Die Vi-En'dhakar sind ein Machtfaktor, der nicht zu unterschätzen ist. Was meine Träume betrifft: Ich sehe grauenvolle Szenen vor mir. Schwarze Horden schlachten Urelfen und Urdrachen ab. Ich sehe einen Krater, erfüllt von Rauch und Gestank. Ich weiß, daß diese Horden mit der Großen Schlange zu tun haben, auch, wenn niemand mehr an die Große Schlange glaubt. Ich habe Angst, wenn ich an die Traumszenen denke.

Nach dem Massaker sehe ich sie wieder: die Überlebenden verlassen den Krater, ihr Heim, zusammen mit den letzten Urdrachen. Sie nehmen alles, was sie tragen können mit sich, nachdem sie den Krater gereinigt und versiegelt haben. Ich ahne, daß sie auch die vermißten Aufzeichnungen bei sich tragen. Ich spüre im Schlaf ihre Angst. Im Traum sehe ich einen riesigen, goldenen und roten Drachen, der alles beobachtet. Ich bin sicher, daß es Yandidd ist, und daß sie aus Furcht vor Verfolgern den Vulkan räumen ließ. Die Aufzeichnungen vom Beginn der Schöpfung an sind zu gefährlich, als daß man sie einfach ignorieren könnte. In den Händen der Schwarzen Horde stellen sie eine Waffe dar, denn dann wüßten sie genau über den Ursprung, die Gesellschaftsform und das Leben der Bewohner des Ersten Hortes bescheid. Und je mehr man über sein Ziel weiß, desto effektiver kann man es vernichten. Wohin sie gegangen sind, weiß ich nicht. Ob Yandidd und 'Larial noch existieren, weiß ich nicht. Ob es noch Urdrachen gibt, weiß ich auch nicht. Es heißt, man habe welche gesehen, am Rückgrat der Schlange...

(zwei Wochen später)

Ich werde gehen. Ich bin fest entschlossen. Ithik kann mich nicht mehr begleiten, und das macht mich unsagbar traurig. Er wäre bestimmt gerne anwesend gewesen, wenn seine und meine Tochter zur Welt kommt. Ich weiß ganz sicher, daß auch sie Vi-En'dhakar sein wird. Idrielle, die Mutter der ersten Vi-En'dhakar-Geborenen wird mich mit ihrem Sohn begleiten. Wir werden uns bemühen, ungesehen zu verschwinden. Ich bin sicher, daß Cylric nach Elyes Carna gegangen ist, zum Ersten Hort. Und ich weiß, wo er sich befindet.

Die Traumbilder waren so real, und obwohl die Landschaft sich verändert hat in all der Zeit konnte ich den Waldstern aus der Luft erkennen. Es wird eine anstrengende Reise. Ich bete zu den Schöpfern, daß wir sie überleben. Meine Aufzeichnungen werde ich mit mir nehmen. Fühlten die Bewohner nach dem Auszug sich genauso ängstlich und verunsichert? Der Auszug ist nicht mehr nur ein Begriff für unsere Zeitrechnung, auch, wenn nur wenige ihn kennen. Ich weiß nun, was das bedeutet: Auszug aus der geliebten, Jahrtausende vertrauten Heimat.

Wie mögen Yandidd und 'Larial sich damals gefühlt haben?    

 

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Über die Vergessenen Gaben

Magalin, Schreiberin von Elyes Carna, 10872 nach dem Auszug

Was ich nun niederschreibe, ist meine eigene Ansicht der Dinge, eine durchaus subjektive Meinung und keine objektive Beurteilung! Ich erwähne dies, da ich darauf gefaßt sein muß, daß mir unwohl gesonnene Leser mich dafür verdammen könnten, sollte ich dies als objektive Darstellung an die Öffentlichkeit herantragen. Ich weiß, was ich gesehen und erlebt habe, und darum will ich über das Erlebte einige Vermutungen anstellen. Vieles von dem, was ich beobachten und lernen konnte, hat mich zu dem Schluß geführt, daß Vi-En'dhakar verborgene Gaben besitzen, die jenen aus den alten Erzählungen gleichen. Die sogenannten Göttlichen oder Schöpferischen Talente sind ihnen angeboren und gehören zu einer höheren Magieform als die den En'dhakar eigenen Fähigkeiten. Ich muß gestehen, daß ich manche der Talente mit Neid betrachte.

Mir scheint, daß die Schöpfer unüberlegt mit ihren Geschenken umgingen, als sie die Talente so ungleich verteilten. Menschen mögen noch mehr dieser Meinung sein, denn ihre magischen Gaben sind kaum vorhanden oder fehlen gänzlich. Allen Vi-En'dhakar gemein ist die Vorausschau. Auch das Junge Volk besitzt ein Gespür für die Zukunft, doch es ist längst nicht so ausgeprägt wie das des Alten Volkes, bei dem die Frauen dieses Talent zweifellos besser beherrschen als die Männer. In Form von konkreten Bildern, Eindrücken und Empfindungen manifestiert sich das Kommende in verschiedenen möglichen Pfaden, unter denen der Talentierte manchmal zu wählen vermag. Diese Eigenschaft hat das neu erstarkende Alte Volk mehrmals vor schlimmen Lagen bewahrt. Ich möchte betonen, daß wir möglicherweise nur dieser Gabe den Umstand verdanken, daß wir den wiederhergestellten Ersten Hort nach wie vor halten können. Viel weiß ich nicht über die Fähigkeit, denn ich besitze sie nicht selbst. Manchmal scheinen sich für den Betrachter die Eindrücke des Kommenden zu vermischen und stiften Verwirrung. Je nach Stärke dieses Talents reicht die Vorausschau von vagem Gefühl des Unbehagens beim Gedanken an bestimmte Dinge oder Ereignisse, manchmal auch Personen, bis hin zu klaren Bildern. Die andere Fähigkeit, die ich selbst am eigenen Leibe erfahren habe, ist die Heilung.

Nicht jene mit Elixieren, Kräutern und Essenzen, wie das Junge Volk sie sehr wohl kennt, sondern diejenige mit dem Geist. Die Fähigkeit eines ausgebildeten Heilers, mit Hilfe seiner Gedanken, die er wie ein Werkzeug einzusetzen vermag, körperliche Zustände zu erfassen und zu verändern - zum Guten wie zum Schlechten. Beängstigend wirkt die nächste Gabe, welche vermag, Materie zu verändern. Sie ähnelt schwach der Beeinflussung und Manipulation des Körpers und kann die Eigenschaften verschiedenster Materialien beeinflussen. Stein wird weich, Eisen biegsam wie eine Feder oder rotglühend wie im Schmiedfeuer. Luft wird undurchlässig wie Gestein oder beginnt zu knistern wie die Luft zwischen den Gewitterwolken. Genau wie das Talent, den Körper und dessen Funktionen zu verändern, kann auch diese Gabe im Kleinen wie im Großen Ansetzen. Ich begreife es nicht ganz, aber ich habe glaubhaft aus sicheren Quellen erfahren, daß es Kräfte zu geben scheint, die in kleinsten Einheiten wirken, in Bereichen, die das nackte Auge nicht mehr zu sehen vermag.

Setzt man hier die Kräfte an, können sich ungeheuerlichste Konsequenzen ergeben. Das letzte, was ich zu berichten habe, ist die einzigartige Wahrnehmung des Alten Volkes. Viele von ihnen vermögen wirkende und ruhende magische Kräfte zu erkennen. Je nach Schulungsgrad des auszubildenden Geistes kann derjenige unterscheiden, um welche Mächte es sich handelt, die entfesselt werden oder wurden oder an einen Gegenstand gebunden sind. Damit zusammenhängend scheint das Talent zu sein, ohne große Anstrengung große, magische Veränderungen hervorzurufen. Ein Gedanke, eine kaum bewußte Anstrengung reicht hin und wieder aus, um Effekte hervorzurufen, wie ich sie noch nie sah. Der subtile magische Einfluß des Alten Volkes schlägt sich auf seiner Umgebung wider.

Jetzt beginne ich zu verstehen, warum Ungeborene oder Erwachsene, die verborgen halbblütige Vi-En'dhakar waren oder auch nur einen winzigen Funken dieses Erbes in sich tragen, in Gegenwart eines Vollblütigen rasch beginnen, sich zu ihrer verborgenen Natur zu entwickeln. Genau wie die uns innewohnende, schwächere Magie des Jungen Volkes dann und wann Menschen verändert, geschieht das selbe zwischen dem Alten Volk und uns. Wieviele Verborgene mögen unter uns leben? So, wie die Zahl des Alten Volkes angewachsen ist und noch immer anschwillt, scheinen es mehr zu sein, als ich je vermuten kann. Das Alte Volk war niemals ausgestorben, nur versteckt! Abschließend muß ich aber ausdrücken, was mich drängt, was verschiedene Vi-En'dhakar mich baten, niederzuschreiben.

Die besonderen Talente des Alten Volkes sind mächtig und zweifellos auch gefährlich. Wie jedes Schwert zwei Schneiden besitzt, haben auch ihre Talente die Fähigkeit, Gutes wie Schlechtes zu bewirken. Es wird überlegt, ob diese speziellen Eigenschaften, so selten sie selbst bei den Vi-En'dhakar auftreten mögen, in ihrem Gebrauch beschränkt werden sollen. Dies erinnert mich an die rätselhaften, verschwommenen und teilweise kaum leserlichen Warnungen aus einem der alten Fragmente. Ich habe die leserlichen Reste in diesen Text übertragen, da das Manuskript nun kaum noch vor dem Verfall zu bewahren ist: "Die Gaben der Schöpfer vertrauten wir der Hohepriesterin an..." "Der Geist und die Macht des Universums ruht im Alten Volk... durch Ilariel jene Eigenschaften erhielt... Erbe der Schöpfung..." "Verboten sei ihr Gebrauch den Niederen, mögen sie sich hüten, die finstere Seite einzusetzen!" "Weisheit, Macht und Klarheit der Hohepriesterin, der Hüterin..."

Schließlich muß ich doch noch diese Befürchtung niederschreiben, die mich vermuten läßt, daß meine Aufzeichnungen über dieses außergewöhnliche Thema genauso verschlossen werden wie die Folianten, die von der Zeit vor dem Auszug berichteten. Wo auch immer sich jene Schriften befinden mögen - meine Texte werden vielleicht das selbe Schicksal erleiden, wenn es uns allen in Elyes Carna nicht gelingt, Anspruch, Position und Macht des Alten Volkes zu sichern.  

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